„cbm“ steht für Christoffel Blindenmission und ist der Name einer international tätigen christlichen Hilfsorganisation, die sich dafür einsetzt, die Lebensqualität der ärmsten Menschen weltweit zu verbessern. Dabei gehören insbesondere Menschen mit Behinderungen oder jene, die Gefahr laufen, eine Behinderung zu entwickeln, zur Zielgruppe von cbm. Dabei verfolgt die Organisation einen ganzheitlichen Ansatz, der medizinische Versorgung, Rehabilitation sowie Aufklärung und Prävention miteinander verbindet.
Auch im afrikanischen Land Äthiopien ist cbm aktiv. Äthiopien ist zwar ein aufstrebendes Entwicklungsland, hat aber trotz wirtschaftlicher Fortschritte weiterhin mit einer hohen Armutsquote zu kämpfen. Insbesondere in ländlichen Regionen ist der Zugang zu medizinischer Versorgung mangelhaft, was vor allem Menschen mit Behinderung in eine schwierige Lage bringt: Sie haben keinen Zugang zu medizinischer Behandlung, therapeutischer Unterstützung oder geeigneten Hilfsmitteln. Gerade Kinder in diesen Regionen erleben so vielfältige Einschränkungen: Sowohl ihre körperliche Entwicklung als auch ihre Chancen auf Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und eine selbstbestimmte Zukunft werden negativ beeinflusst.
Um diesen Kindern und ihren Familien neue Perspektiven zu eröffnen, hat cbm ein umfassendes Projekt ins Leben gerufen, das gezielt auf die Bedürfnisse betroffener Menschen eingeht. So fanden in den Jahren 2019 bis 2021 umfangreiche Rehabilitationsmaßnahmen in den Regionen Oromia, Amhara und der Region der „Südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker“ (SNNPR) statt. Bei den Rehabilitationsmaßnahmen handelte es sich um verschiedene Maßnahmen:
- Es wurden rund 340 Kinder mit Klumpfuß medizinisch behandelt und zum Teil operiert. Auf diese Weise konnten Fehlstellungen frühzeitig korrigiert und den Kindern ein schmerzfreies und selbstständiges Leben ermöglicht werden.
- Außerdem wurden 1.126 Kinder mit Hilfsmitteln wie Rollstühlen und Gehhilfen ausgestattet, sodass sie mobil(er) sind und in ihren Alltag mit mehr Unabhängigkeit gestalten können.
- Darüber hinaus wurden etwa 1.130 Kinder mit orthopädischem Schuhwerk ausgestattet, um Fehlbelastungen zu vermeiden und bestehende Beschwerden zu lindern.
- Zusätzlich erhalten 300 Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und ihre Angehörigen eine fachliche Beratung, sodass diese lernen, besser mit den besonderen Bedürfnissen ihrer Kinder umzugehen und sie entsprechend zu fördern.
- Neben der direkten medizinischen und therapeutischen Hilfe legt cbm auch großen Wert auf Aufklärung und Prävention. Durch Ausbildungsmaßnahmen und Informationskampagnen wurde die Bevölkerung über Ursachen von Behinderungen, Behandlungsmöglichkeiten und Inklusion aufgeklärt und diesen Themen gegenüber sensibilisiert. Ziel ist es, langfristig Barrieren abzubauen und das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu stärken.
Durch die Umsetzung des Projektes konnte die Lebensqualität der betroffenen Kinder vor Ort spürbar und nachhaltig verbessert werden. Kinder, die zuvor aufgrund von körperlichen Einschränkungen kaum laufen oder am Alltag teilnehmen konnten, haben durch Operationen und geeignete Hilfsmittel ein großes Stück Selbstständigkeit gewonnen. Dies ermöglicht ihnen nicht nur mehr Bewegungsfreiheit, sondern eröffnet ihnen auch den Zugang zu Bildung, da sie nun regelmäßig eine Schule besuchen können.
Auch für die Familien hat die Unterstützung eine enorme Entlastung bedeutet. Eltern und Angehörige erhielten nicht nur praktische Hilfe, sondern auch wichtiges Wissen im Umgang mit den Bedürfnissen ihrer Kinder. Dadurch ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewachsen, und die Familien können ihren Alltag besser bewältigen. Gleichzeitig hat sich die soziale Ausgrenzung, die Menschen mit Behinderungen in vielen Regionen noch immer erfahren, verringert.
Langfristig trägt das Projekt dazu bei, das Bewusstsein innerhalb der Gesellschaft zu verändern. Durch Aufklärung und Präventionsarbeit werden Vorurteile abgebaut und die Akzeptanz gegenüber Menschen mit Behinderungen gestärkt. Insgesamt entstehen so neue Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe, Bildung und ein selbstbestimmteres Leben.
Das ProFiliis-Team freut sich, dieses wichtige und nachhaltige Projekt unterstützen zu können. Mit 43.500,- Euro hat die Stiftung die benötigten Mittel für alle Maßnahmen im zweiten Projektjahr übernommen.

