Projekte

Humanitärhilfe

Schlafsäcke für Erdbebenopfer in der Türkei

Wir alle erinnern uns sicherlich an die Berichterstattung zu den schweren Erdbeben, die im Februar im Südosten der Türkei und im Norden Syriens große Zerstörungen anrichteten und viele Menschen in schwere Notlagen brachten:

 

Am 06. Februar erschütterte zunächst ein Erdbeben der Stärke 7,8 die Region um die Grenze zwischen der Türkei und Syrien. Später am gleichen Tag folgte ein Beben der Stärke 7,5. Zur Einordnung: Laut Richterskala ist bei Erdbeben ab der Stärke 8 mit Zerstörungen in einem Radius von mehreren hundert Kilometern um das Epizentrum zu rechnen. Wochenlang wurde die Region immer wieder von Nachbeben und am 20. sowie 27. Februar von weiteren stärkeren Erdbeben erschüttert.

 

Die Zerstörungen und Verluste sind schrecklich: Es wurden rund 60.000 Tote (davon über 50.000 in der Türkei) und über 125.000 Verletzte (davon über 100.000 in der Türkei) registriert. Eine Vielzahl an Gebäuden wurden zerstört, sodass mehrere Millionen Menschen ihr Zuhause verloren. Auch Krankenhäuser wurden von den Erdbeben zerstört, die Wasser- und Energieversorgung fielen teilweise aus, ganze Regionen waren von der Außenwelt abgeschottet, da Straßen nicht mehr befahrbar waren. Die ohnehin schon katastrophale Situation vor Ort wurde durch starke Regenfälle und winterliche Kälte zusätzlich erschwert.

 

Für die Mitglieder des Dortmunder Vereins das forum JUGEND! e.V. stand sofort fest, dass sie die Menschen vor Ort unterstützen müssen. Aus einer früheren Zusammenarbeit bestand Kontakt zu dem türkischen Jugendverein YENGEÇDER (Yaygın Eğitim ve Gençlik Çalışmaları Derneği; = Verein für nicht formale Bildung und Jugendstudien) in Muğla. Da Muğla an der Westküste der Türkei liegt, gab es hier – im Gegensatz zu weiten Teilen des Landes – keine Einschränkungen in der Produktion verschiedener Hilfsgüter. Aus diesem Grund kontaktierte das forum JUGEND! e.V. den türkischen Kooperationspartner und gemeinsam wurde die Bereitstellung von Hilfsgütern geplant: Mit finanzieller Unterstützung der ProFiliis-Stiftung in Höhe von 10.000,- Euro sollten 333 hochwertige Kinderschlafsäcke angeschafft werden. Die Zuständigen bei YENGEÇDER traten in Kontakt mit einem lokalen Hersteller und durch gute Verhandlungen konnten für die vorhandenen Mittel sogar über 600 Schlafsäcke erworben werden. Der türkische Jugendverein YENGEÇDER kümmerte sich (mit Hilfe der Kommune Muğla und des Jugendministeriums) auch um den Transport aus Muğla ins Erdbebengebiet nach Adiyaman und um die Verteilung der Kinderschlafsäcke an bedürftige Familien.

 

Karte Adıyaman

(Karte ohne grüne Markierungen: GEO)

 

Der Verein das forum JUGEND! e.V. wurde im Jahr 2019 von Menschen, die alle aus unterschiedlichen Ländern geflüchtet oder emigriert sind, gegründet. Aufgrund der eigenen Erfahrungen, nicht Teil der Mehrheitsgesellschaft zu sein, verfolgen die Vereinsmitglieder nun das Ziel, junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu aktivieren und in ihren Talenten zu fördern. Über demokratisch organisierte Bildungsangebote sollen sie in ihrer neuen Heimat die Möglichkeiten zur sozialen und politischen Teilhabe kennenlernen.

 

sh

Schlafsäcke für Erdbebenopfer in der Türkei
Asien - Türkei
das Forum JUGEND! e.V.
Freizeit

Neuer Spielplatz für Kleingartenverein

Schrebergarten – was für manch einen nach streng vorgegebener Rasenlänge und kontrollierenden Blicken aus der Nachbarparzelle klingt, kann auch ganz anders und vor allem viel mehr sein. Der Kleingartenverein Haberlandstraße in Dortmund-Bodelschwingh beispielsweise ist sehr bemüht einen Wohlfühlort für alle zu schaffen; auch für Personen, die hier kein Gartengrundstück gemietet haben. So wurde zum Beispiel schon vor Jahren ein Schulgarten angelegt, in dem Schulen und Kindergärten vorbereitete Beete bewirtschaften können. Für Spaziergänger:innen in der Anlage gibt es außerdem noch eine Streuobstwiese, ein Biotop mit Insektenhotel und Trockenmauer und einiges mehr zu entdecken. Für die kleinen Besucher:innen der Anlage gibt es zudem einen Spielplatz, der auch gerne von Tagesmüttern aus der nahen Umgebung und Kita-Gruppen angesteuert wird.

 

Bisher lag der Spielplatz recht versteckt hinter dem Vereinsheim und war von den üblichen Spazierwegen aus kaum zu sehen. Außerdem war er schon etwas in die Jahre gekommen und recht spärlich ausgestattet. Das hat sich nun geändert! Die Verantwortlichen des KGV Haberland haben sich für die Verlegung des Spielplatzes an eine zentralere Stelle in der Anlage entschieden. Der vorhandene Kletterturm mit Rutsche und eine kleine Federwippe durften mit umziehen und wurden an den neu errichteten Spielplatz versetzt. Zusätzlich wurde ein Sandkasten angelegt und es wurden neue Spielgeräte aufgebaut: eine Doppel-Schaukel mit Nest, eine Wippe und ein Stehkarussell.

 

Neben anderen Dortmunder Akteuren hat die ProFiliis-Stiftung finanzielle Unterstützung zugesagt und mit 3.666,- Euro die Kosten für die Doppel-Schaukel übernommen. Jetzt steht dem Spielspaß der kleinen Besucher:innen des Kleingartenvereins Haberlandstraße nichts mehr im Wege!

 

Doppelschaukel

 

sh

Neuer Spielplatz für Kleingartenverein
Dortmund - Mengede
Kleingartenverein Haberlandstraße e.V.
Lebenshilfe

Familientreff in der Nordstadt

Die Beratungsstelle Westhoffstraße ist dem Sozialen Zentrum Dortmund e. V. angegliedert und stellt in der Dortmunder Nordstadt ein vielfältiges Beratungsangebot bereit. Einen großen Teil der Arbeit machen Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Familien aus: Von Erziehungs-, Partnerschafts- und Lebensberatung sowie Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung über Jugendberatung und Angebote der offenen Jugendarbeit bis hin zu ambulanten Hilfen zur Erziehung und Förderung von Kindern und Jugendlichen, die von seelischer Behinderung betroffen oder bedroht sind. Auch heilpädagogische Diagnostik sowie Hilfe bei sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen gehören zum Leistungsspektrum der Beratungsstelle Westhoffstraße.

 

Ein ganz konkretes und niedrigschwelliges Angebot der Beratungsstelle ist der Familientreff Westhoffstraße. Hierbei handelt es sich um ein offenes, interkulturelles Gruppenangebot für Familien bzw. Eltern mit ihren Kindern: Im Rahmen einer Café-Atmosphäre werden Gesprächsanlässe gegeben, kulturelle Angebote gemacht, Möglichkeiten der angemessenen Freizeitgestaltung präsentiert und Austausch zwischen den Klient:innen gefördert. Zudem soll durch niederschwellige Elternbildung die Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern gestärkt werden.

 

Zu den Besucher:innen des Familientreffs zählen häufig die Klient:innen aus anderen Bereichen der Beratungsstelle, die so eine enge und mehrschichtige Betreuung durch die Angestellten der Beratungsstelle in Anspruch nehmen können. Auch Familien, die nach Deutschland geflohen sind, und deren Kinder zum Teil noch nicht beschult oder in einer Kindertageseinrichtung betreut werden, nehmen gerne an dem Familientreff teil. So treten im Idealfall auch Familien unterschiedlicher Herkunft miteinander in Kontakt und interkulturelle Hürden können abgebaut werden.

 

Für die Kinder steht in der Zeit des Familientreffs eine fachliche Betreuung zur Verfügung und sie können an Bewegungs- und Kreativangeboten teilnehmen. So lernen sich auch die Kinder untereinander kennen und sie erhalten neue Anregungen sowie verschiedene Möglichkeiten, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten und Talente auszutesten.

 

Einmal pro Woche kommen im Rahmen des Familientreffs Westhoffstraße 10 bis 15 Frauen mit fünf bis acht Kindern (Säuglinge und Kinder, die keinen Kita- bzw. Grundschulplatz haben) zusammen. Es wird ein kleines Frühstück angeboten, bei dem die Besucherinnen untereinander und mit den Fachkräften ins Gespräch kommen. So wird sich beispielsweise über verschiedene Einrichtungen und Angebote für die Kinder ausgetauscht oder Tipps zu bestimmten Anlaufstellen oder bezüglich der Bearbeitung bestimmter Anträge weitergegeben. Auch die gemeinsame Erkundung des Stadtteils steht auf dem Programm. So lernen die Teilnehmerinnen des Familientreffs unter anderem Parks und Spielplätze in ihrer Umgebung kennen. An manchen Terminen finden außerdem Referate zu bestimmten Themen von Fachkräften aus der Beratungsstelle oder auch von außerhalb statt. So wurden in den letzten Monaten beispielsweise folgenden Inhalte vorgestellt:

 

  • Erziehungsberatung
  • Diverse Unterstützungsmöglichkeiten beim Ankommen in Deutschland
  • Bildungssystem (Ansprechpartner:innen beim Schulamt bzw. Jugendamt etc.)
  • Ernährung (mit gemeinsamem Kochen)
  • Sportangebote für Kinder und Eltern
  • Haushaltshilfe, Pflege

 

Die ProFiliis-Stiftung unterstützt die Beratungsstelle Westhoffstraße im laufenden Jahr finanziell bei der Durchführung des Familientreffs und hat knapp die Hälfte der im Projekt anfallenden Gesamtkosten übernommen. Für die Sachkosten der Angebote, die Bewirtung und die Mietkosten für Saal und Küche stellte ProFiliis insgesamt 5.700,- Euro zur Verfügung.

 

sh

 

Familientreff in der Nordstadt
Dortmund - Innenstadt-Nord
Beratungsstelle Westhoffstraße
Sport

Von der Schulbank an den Fußball!

Von der Schulbank an den Fußball! - Das war im Januar an der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Lütgendortmund angesagt. Eigentlich stehen an der Gesamtschule die Bereiche MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), Sprachbildung und Kunst im Vordergrund; doch im Rahmen eines Spiel- und Sportevents in Kooperation mit der TriXitt GmbH wurde das Klassenzimmer für zwei Tage gegen die Turnhalle eingetauscht.

 

TriXitt ist eine Organisation, die sich der Förderung von Bewegung und sportlicher Aktivität von Kindern und Jugendlichen verschrieben hat. Neben anderen Projekten ist die Zusammenarbeit mit Schulen ein großer Bestandteil des Arbeitsalltags der TriXitt-Mitarbeitenden.

 

Und so wurden im Januar in der Sporthalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule sechs Stationen aufgebaut, an denen die rund 720 Schüler:innen der Jahrgänge 5 bis 8 (24 Klassen) im Klassenverband ihr Können erproben und Punkte sammeln konnten. Außerdem wurde pro Jahrgangsstufe ein Fairnesspreis verliehen. Die Mädchen und Jungen tobten sich beispielsweise beim „Menschenkicker“, an der „Speedmaster-Station“ oder in der „Ballerecke“ (eine spezielle Form von Völkerball) aus.

 

Ballerecke

 

Ein solcher Sporttag stellt eine tolle Alternative zu den klassischen Bundesjugendspielen dar, an dem nicht wenige Schüler:innen deutlich mehr Freude an der sportlichen Aktivität haben als klassisch bei Hoch- und Weitsprung. Auch das Team der Heinrich-Böll-Gesamtschule zieht eine positive Bilanz: „Mit viel Spaß und Ehrgeiz stellten sich die Schüler:innen den neuen Herausforderungen.“

 

In Ergänzung zu einer Zusage vom Förderverein der Schule hat ProFiliis mit knapp 5.000,- Euro den Hauptteil des großen TriXitt-Events finanziert.

 

sh

Von der Schulbank an den Fußball!
Dortmund - Lütgendortmund
Heinrich-Böll-Gesamtschule
Freizeit

Großes Wodanstraßenfest 2023

Seit über zehn Jahren ist das Wodanstraßenfest fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders im Ortsteil Nette: Die Arbeitsgemeinschaft Wodanstraßenfest – bestehend aus Religionsgemeinschaften, Vereinen, Verbänden, Einrichtungen und örtlichen Ladeninhaber:innen – organisiert einmal jährlich ein multikulturelles Volksfest mit großem Kinderfest.

 

Bedingt durch die Corona-Pandemie musste das Wodanstraßenfest in den vergangenen drei Jahren leider ausfallen. Davor haben jährlich mehr als 250 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren das große Kinderfest mit vielen tollen und kostenlosen Attraktionen besucht.

 

In diesem Jahr konnte das Straßenfest endlich wieder stattfinden! Am 06. Mai war es so weit und nach einer Eröffnung durch das Trommlerkorps "Gut Klang 1919 e. V. Dortmund-Kirchlinde" sowie Ansprachen von unter anderem Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal erwarteten über 20 Aktivitäten die Kinder beim Wodanstraßenfest: Von verschiedenen Tanz- und Turnvorführungen über Bastelangebote, Kinderschminken und die Darbietung einer Zauber- und Ballonkünstlerin bis hin zum Zielschießen mit dem Feuerwehrschlauch. Ein beliebter Programmpunkt war immer das Kistenklettern, das auch nun wieder dabei war. ProFiliis hat die Leihgebühr für einen Hubwagen zur Absicherung der mutigen Kletter:innen übernommen. Außerdem fand zum krönenden Abschluss des Kinderfestes eine Feuer- und & Fakirshow mit „Walkact“ statt, bei der den Besucher:innen des Wodanstraßenfestes hautnah und quasi im Vorbeigehen („walk“ = gehen) ein spektakuläres Schauspiel dargeboten wurde. Auch die hier benötigten Mittel hat die ProFiliis-Stiftung bereitgestellt.

 

sh

 

Großes Wodanstraßenfest 2023
Dortmund - Mengede
ARGE Wodanstraße
Lebenshilfe

BildungsBande – Stark in die Zukunft

Die Corona-Pandemie hat unter anderem Schulen vor große Herausforderungen gestellt. Sowohl die Lehrkräfte als auch die Schüler:innen sahen sich mit einem Wechsel von Distanzunterricht, Online-Lernen oder sogar gänzlichem Unterrichtsausfall konfrontiert. Dass dies mit Blick auf den Lehrplan und die Unterrichtsinhalte zu gewissen Schwierigkeiten geführt hat, kann sich jede:r vorstellen. Doch auch auf anderer Ebene brachte der Wegfall des geregelten Schulalltags Belastungen mit sich: Die Unsicherheiten bzgl. des Unterrichtes, der fehlende Kontakt und die nur indirekt stattfindende Kommunikation mit Gleichaltrigen sowie ein weniger strukturierter Tagesablauf haben bei vielen Schüler:innen Sorgen und Ängste hervorgerufen. Dies kann eine gesunde Entwicklung und erfolgreiches Lernen der Kinder und Jugendlichen erschweren bzw. verhindern. Überdies bestanden durch unterschiedliche Bedingungen in den Familien große Unterschiede bzgl. der Lernvoraussetzungen; bspw. mit Blick auf die technische Ausstattung, um am Onlineunterricht teilzunehmen, oder eine ruhige Lernatmosphäre. Hier ließ sich beobachten, dass insbesondere in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf („soziale Brennpunkte“) zum Teil keine geeigneten Räume und Geräte vorhanden waren, was wiederum zur Folge hatte, dass nicht selten Schüler:innen, die ohnehin schon Schwierigkeiten in der Schule hatten, weiter abgehängt wurden. Auch die Belastungen durch das Erleben von mehr Gewalterfahrungen innerhalb der Familie – bedingt durch mehr gemeinsame Zeit auf z. T. sehr engem Raum – müssen an dieser Stelle mitgedacht werden.

 

Bildungsbande

 

Das Team der Zukunftsstiftung Bildung sah die Notwendigkeit an dieser Stelle einzugreifen, damit die Schüler:innen, sobald wieder Präsenzveranstaltungen möglich waren, aufgefangen und gezielt unterstützt werden können. Aus diesem Grund wurde das bestehende Projekt „BildungsBande“, bei dem gemäß des Peer-Education-Prinzips Schüler:innen höherer Jahgänge zu „Schülercoaches“ für  Grundschüler:innen werden, weiterentwickelt und um Aspekte der (psychischen) Gesundheit ergänzt.

 

Hierbei wurden die konkreten Erfahrungen und Sorgen, die die Schüler:innen durch Schulschließungen und Distanzunterricht gemacht und empfunden haben, einbezogen: „Vereinsamung, fehlende Begegnung in der Peer-Gruppe, Probleme in Familien und Ungerechtigkeit beim Zugang zu Bildungsangeboten.“ (Förderantrag der Zukunftsstiftung Bildung) Bei dem Projekt „BildungsBande – Stark in die Zukunft“ stehen nun der Erhalt und die Stärkung der Gesundheit der Schüler:innen im Fokus. Sie sollen befähigt werden, eigene Stärken und Ressourcen zu erkennen und in Stresssituationen handlungsfähig zu bleiben.

 

Zu diesem Zweck wurde die Ausbildung der älteren Schüler:innen (Jahrgangsstufe 8 bis 11)  zu Schülercoaches um fünf Trainingseinheiten à vier Schulstunden erweitert, in denen

  • Wissen und Kenntnisse zu Salutogenese (Kern: Bedingungen für ein gesundes Leben),
  • Methoden und praktische Übungen zur Stärkung von Selbstwert und Resilienz (Fähigkeit, belastende Lebenssituationen „unbeeinträchtigt“ zu überstehen)
  • Spiele und Methoden zur Wiedererweckung von Sozialkompetenz sowie
  • Freude auf Begegnung und Beziehungsorientierung

vermittelt wurden. Es wurden Fragen wie „Was bereitet mir Stress und was entspannt mich?“ und „Wie reagiere ich und wie reagiert mein Körper?“ erörtert sowie Übungen zu Achtsamkeit und Gelassenheit gemacht. Folgende Stressfaktoren wurden von den Jugendlichen als besonders belastend genannt:

  • Zukunftsängste (Beruflich sowie Familiär) 
  • Antriebslosigkeit 
  • Minderwertigkeitsgefühl durch empfundene soziale Ungleichheit nach der Pandemie 
  • Fehlende Anerkennung und geringe Unterstützungsmöglichkeiten durch das Umfeld“ (Abschlussbericht Bildungsbande – Stark in die Zukunft)

Durch die Bewusstmachung dieser Stressoren und ihre Aufarbeitung sowie durch die verschiedenen Übungen wurden die Jugendlichen nicht nur mit Blick auf ihre eigenen Herausforderungen unterstützt und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt. Sie wurden zudem dazu befähigt, die jüngeren Schüler:innen in Belastungssituationen zu beraten und über spielerische Ansätze Grundlagen für ein gesundes Leben zu vermitteln.

 

 

ProFiliis hat diese Projekterweiterung an zwei Dortmunder Schulen unterstützt, die in der Nordstadt bzw. in Scharnhorst liegen. An beiden Schulen wurden jeweils 15 Jungen und Mädchen zu Schülercoaches für insgesamt 30 Grundschüler:innen ausgebildet. Die Stiftung stellt für die Trainingseinheiten über insgesamt 40 Schulstunden, für Reflexionsrunden mit den Schülercoaches sowie für Projektvorbereitungen wie die Schüler:innenauswahl und Dokumentation und Organisation 3.300,- Euro zur Verfügung.

 

Das Team der BildungsBande zieht ein positives Fazit:

„Die Schüler*innen haben sehr positiv auf die Vorschläge und Übungen in den Workshops reagiert. Es zeigte sich jedoch auch, dass viele der Probleme strukturell bedingt sind. Chancen- und Bildungsungleichheit haben in den Familien und damit in der Gesellschaft eine größere Relevanz, als sich auf den ersten Blick erkennen lässt. Projekte wie BildungsBande – Stark in die Zukunft leisten hier einen wichtigen Beitrag um kurzfristig Bewusstseinsprozesse anzustoßen und kleine Veränderungen unter den Schüler*innen zu bewirken. Die Teilnehmer*innen haben in den Reflexionsrunden bestätigt, dass besonders die Übungen zur Achtsamkeit bzw. den körperlichen Reaktionen auf Stress große und kleine Veränderungen im Alltag gebracht haben, was einen großen Erfolg in ihrer Lebensrealität darstellt und die Zielerreichung des Projekts bestätigt.“

 

sh

 

BildungsBande – Stark in die Zukunft
Dortmund
Zukunftsstiftung Bildung
Bildung

Nachhaltige Schülerfirma: Gemüseanbau, Klimaschutz und Marketing

Wenn wir im Supermarkt Obst und Gemüse kaufen, machen wir uns kaum Gedanken darüber, welchen Weg es schon hinter sich hat, welche Herausforderungen im Anbau überwunden werden mussten, welche Ressourcen verbraucht wurden und wie sich der Preis für das Produkt am Ende zusammensetzt. Bei den Teilnehmenden des Entrepreneurship-Seminars der Kommende-Stiftung beneVolens an der Gesamtschule Scharnhorst sieht das nach diesem Schuljahr anders aus: Sie haben sich in den vergangenen Monaten mit genau diesen Themen auseinandergesetzt und ihre eigenen praktischen Erfahrungen als verantwortungsvolle Unternehmer:innen gemacht.

 

19 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren schlossen sich zur Schülerfirma „GreenDaysCompany“ zusammen und beschäftigten sich bei den wöchentlichen Treffen unter Anleitung durch einen Referenten mit Aspekten einer gesundheitsförderlichen Ernährung und nachhaltiger Landwirtschaft unter Berücksichtigung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen formuliert haben. Um hier über theoretische Wissensvermittlung hinaus zu gehen, erprobten sich die Schüler:innen selbst in Gemüseanbau, Produktion, Marketing und Verkauf. So stand am Anfang des Schuljahres die Frage, wie aus Saatgut Gemüse wird, und am Ende die Herausforderungen von Preisgestaltung und Verkauf.

 

Im Detail gestalteten sich die Projektphasen wie folgt:

  1. Kennenlernen der Gruppe und des Projektzieles: Warum ist die Projektidee für die Lebenswelt der Jugendlichen wichtig? Was sind die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung?
  2. Kennenlernen eines professionellen landwirtschaftlichen Unternehmens und der Produkte, die später für den Verkauf angestrebt sind: Neben Gemüse sollten mit eigens angebauten Zutaten auch Gewürzsalze hergestellt werden.
  3. Finden einer Unternehmensstruktur und Organisation des Arbeitsalltages über Aufgabenteilung
  4. Vorbereitung des Anbauprozesses: Vorbereitung der Beete, Bedarfsplanung, Anlegen eines Anbaukalenders, Vorziehen erster Setzlinge
  5. Realisierungsphase I: Start des Gemüseanbaus unter Berücksichtigung des Termins des Verkaufsstarts, Erleben von natürlichen Abhängigkeiten bspw. vom WetterAn dieser Stelle konnten viele Verbindungen zu verschiedenen der formulierten Ziele der Vereinten Nationen gezogen werden, beispielsweise bzgl. menschenwürdiger Arbeit, nachhaltiger Produktion sowie Maßnahmen zum Klimaschutz.
  6. Realisierungsphase II: Start des Marketings und der Vorbereitungen für den Verkauf, Was ist wichtig für ein Finanzkonzept und das Marketing? Wie werden Produkte am besten präsentiert?
  7. Realisierungsphase III: Verkaufsstand wird eröffnet, gleichzeitig weiterhin Pflege der Beete und Ernte
  8. Evaluationsphase: Was haben wir im Rahmen der Arbeit der Schülerfirma gelernt?

 

Schülerfirma

 

Am Ende des Schuljahres hatte die Schüler:innen also nicht nur Wissen zu den Themen gesunde Ernährung und Gemüseanbau erworben, sondern auch praktische Erfahrungen in wirtschaftlichen und unternehmerischen Tätigkeiten gesammelt, was sie mit Blick auf ihre berufliche Laufbahn voranbringt. Ganz nebenbei konnte so auch die Wertschätzung der Jugendlichen für Lebensmittel und ihr Bewusstsein für einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt gesteigert werden.

 

Das Team der Kommende-Stiftung beneVolens zieht ein positives Fazit: „Nicht nur das WIR-Gefühl der Gruppe stärkte sich, sondern auch das Selbstbewusstsein der einzelnen Schüler:innen ist spürbar gewachsen. Schüler:innen erkannten persönliche Stärken, die sie bewusst in die GreenDaysCompany einbringen konnten.“ (Projektbericht von beneVolens)

 

ProFiliis hat dieses wichtige, vielschichtige Projekt finanziell unterstützt und mit knapp 5.000,- Euro die benötigten Mittel für den Referenten und verschiedene Materialien bereitgestellt. Der Referent war im Rahmen eines Minijobs für die Dauer des Projektes angestellt und hat in 35 Einheiten à 90 Minuten mit den Jugendlichen gearbeitet.

 

Zum Hintergrund:

„Jugend fördern. Zukunft gestalten.“ Das ist die Zielsetzung der im Jahr 2009 ins Leben gerufenen Kommende-Stiftung beneVolens. Die Bildungsprojekte zielen darauf ab, Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, wobei den Jugendlichen stets wertschätzend entgegengetreten wird und ihnen neue Lebensperspektiven eröffnet werden sollen. Besonders sozial benachteiligte Jugendliche sollen durch die Programme der Stiftung gefördert und in die Gesellschaft integriert werden.

 

sh

Nachhaltige Schülerfirma: Gemüseanbau, Klimaschutz und Marketing
Dortmund - Scharnhorst
Kommende-Stiftung beneVolens
Bildung

Präventionsprogramm „Mein Körper gehört mir“

Bereits zum vierten Mal unterstützte die ProFiliis-Stiftung im vergangenen Jahr die Regenbogen-Grundschule dabei, den Schüler:innen der dritten und vierten Jahrgangsstufen den Besuch des Theaterstücks „Mein Körper gehört mir“ von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück zu ermöglichen.

 

Hierbei handelt es sich um ein interaktives Theaterstück zur Prävention sexuellen Missbrauchs. Ohne Angst und Misstrauen zu schüren, soll den Kindern vermittelt werden, wie sie missbräuchliche Situationen erkennen und sich Hilfe holen können. Im Konzept des Theaterstückes heißt es hierzu:

Es hilft den Kindern zu entdecken, 

  • dass sie zwischen Ja-Gefühlen und Nein-Gefühlen unterscheiden können. 
  • dass sie ihren eigenen Gefühlen vertrauen sollen. 
  • dass ihr Körper ihnen allein gehört. 
  • dass sie selbst in gewissem Maße für ihre eigene Sicherheit mitverantwortlich sind.  
  • dass es feste Regeln dafür gibt, sich auch in unsicheren Situationen zu schützen.

 

An der Regebogen-Grundschule fanden im Frühjahr 2022 sechs Aufführungen für jeweils eine Klasse im Rahmen einer Unterrichtsstunde statt. Zwischen einzelnen Szenen suchten die Schauspieler:innen das Gespräch mit den Kindern, sie tauschten sich über die Szenen aus, es konnten Fragen gestellt werden, eigene Erlebnisse geschildert werden und es wurde gemeinsam ein stärkendes Lied gesungen.

 

Für die sechs Vorstellungen entstanden dem Förderverein der Regenbogen-Grundschule Kosten in Höhe von rund 2.000,- Euro. Durch anderweitige Spendeneinnahmen blieb eine Finanzierungslücke von rund 650,- Euro, die ProFiliis gerne geschlossen und die notwendigen Mittel bereitgestellt hat.

 

sh

Präventionsprogramm „Mein Körper gehört mir“
Dortmund - Mengede
Förderverein der Regenbogen-Grundschule
Freizeit

Mit dem Fahrrad in eine bessere Zukunft!

Ein eigenes Fahrrad bedeutet für Kinder Freiheit. Unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Erwachsenen mit Auto sind sie mit einem Fahrrad in einem deutlich größeren Umkreis flexibel und aktiv als zu Fuß. Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung werden abwechslungsreicher und der Schulweg ist mit dem Fahrrad oft schneller bewältigt. Die Stiftung Kinderglück beschreibt die positiven Effekte eines eigenen Fahrrads weiterhin wie folgt: „Beim Radfahren schulen die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten, erweitern ihren Radius durch die gewonnene Mobilität, können sich mit anderen Kindern in ihrer Freizeit treffen und betätigen sich gleichzeitig sportlich. Das eigene Fahrrad bietet somit den Kindern eine bessere Chance auf Gesundheit, Integration und Bildung. Radfahren ist gut für die Umwelt. Mit dem eigenen Fahrrad tragen die Kinder aktiv zum Klimaschutz bei und nehmen das Klimabewusstsein mit ins Erwachsenenalter.“ (dem Förderantrag entnommen)

 

Doch leider ist es nicht allen Familien möglich, ihren Kindern eigene Fahrräder zur Verfügung zu stellen. So besitzt insbesondere an Schulen in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf ein Großteil der Schüler:innen kein Fahrrad.

 

Wir erleben eine sich entwickelnde Dramatik an Grundschulen in den sozialen Brennpunkten, die zu einer Erweiterung unseres Fahrradprojektes führt. Wir erhalten Anträge von Grundschulen, in denen teilweise bis zu 80 % der Kinder in den vierten Klassen keine Fahrräder besitzen und somit nicht an den Fahrradtrainings und Verkehrsprüfungen teilnehmen können“, sagt Bernd Krispin, Gründer und 1. Vorsitzender der Stiftung Kinderglück.

 

Daher greift die Stiftung Kinderglück im Rahmen des Projektes „Mit dem Fahrrad in eine bessere Zukunft!“ unterstützend ein. Verschiedene Akteur:innen (u. a. Sozialarbeiter:innen, Lehrkräfte, Betreuer:innen) können sich an die Stiftung wenden und gezielt für Kinder – vorrangig Schüler:innen der vierten Klasse – Unterstützung beantragen. Nach interner Prüfung stellt die Stiftung Kinderglück dann ein „Paket“ aus Fahrrad, Helm, Sicherheitsweste, Fahrradschloss und Infomaterialien zur Verfügung. Darüber hinaus wird die Teilnahme an einem Verkehrstraining ermöglicht. Nicht selten erfolgt die Beantragung gleich mehrerer Fahrräder durch Grundschulen. In diesen Fällen findet nach der Übergabe der Fahrrad-Pakete ein Verkehrstraining in Kooperation mit der Polizei auf dem Schulhof sowie im Straßenverkehr statt. Wird die Unterstützung von anderer Stelle beantragt, wird die Teilnahme am ADFC-Fahrradtraining in der Jugendverkehrsschule im Fredenbaumpark ermöglicht (April bis Juli).

 

Aktionstag

 

Die beiden Dortmunder Stiftungen Kinderglück und ProFiliis kennen sich bereits seit langer Zeit und haben schon bei diversen Projekten in fördernder Funktion „zusammengearbeitet“. “. Nun unterstützt ProFiliis – wie in der Vergangenheit bereits beim Schulranzen-Projekt – ein eigenes Projekt der Stiftung Kinderglück. Mit 15.000,- Euro stellt ProFiliis Mittel zur Unterstützung von 100 Kindern bereit, die so mit einem wie oben beschriebenen Fahrradpaket ausgestattet werden können. Die Förderung des Projektes „Mit dem Fahrrad in eine bessere Zukunft!“ liegt Thomas Schieferstein, Vorstand der Stiftung ProFiliis, ganz besonders am Herzen:

 

Ich habe als Grundschüler mein erstes richtigesFahrrad bekommen und kann mich noch sehr gut an die Begeisterung, mit der ich es in Empfang genommen und ausprobiert habe, erinnern. Auch heute bin ich noch begeisterter Radfahrer. Diese Freude an der eigenen Mobilität sollte allen Kindern ermöglicht werden, unabhängig von der sozialen Situation ihrer Familie. Die Stiftung Kinderglück hatte mit dem Projekt eine fantastische Idee, die wir sehr gerne jetzt und voraussichtlich auch in weiteren Ausbaustufen in der Zukunft finanziell unterstützen.“

 

Scheckübergabe

 

sh

Mit dem Fahrrad in eine bessere Zukunft!
Dortmund
Stiftung Kinderglück
Lebenshilfe

Stark auch ohne Muckis

Wie alle Schulen stand auch die Westricher Grundschule durch die Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren sahen sich die Schüler:innen sowie die Lehrkräfte immer wieder einem Wechsel von Präsenz-, Distanz- und Wechselunterricht ausgesetzt. Plötzliche Fehlzeiten Einzelner durch Quarantänemaßnahmen haben zusätzlich dazu beigetragen, dass keine Kontinuität und keine festen Strukturen im Schulalltag vorhanden waren. Neben „inhaltlichen“ Schwierigkeiten, da der vorgesehene Unterrichtsstoff in einer deutlich kleineren Zeitspanne untergebracht werden musste, wurden auch soziale Herausforderungen immer größer. Bedingt durch sehr eingeschränkte gemeinsame Zeit im Klassenverbund konnten die Schüler:innen kaum Gemeinschaftsgefühle entwickeln. Speziell „schöne“ Aktivitäten, die der Stärkung der Klassengemeinschaft dienen, mussten auf Grund der Corona-Maßnahmen gestrichen werden. Überdies war soziales Lernen durch das eingeschränkte Unterrichtsgeschehen nur wenig ausgeprägt. Dies hatte eine Verschlechterung der Lernatmosphäre zur Folge, da ein respekt- und rücksichtsvoller Umgang untereinander nur eingeschränkt voneinander gelernt werden konnte.

 

An dieser Stelle setzt das Projekt „Stark ohne Muckis“ an. Es handelt sich hierbei um ein Selbstbehauptungstraining, das im Klassenverbund stattfindet, kombiniert mit Weiterbildungseinheiten und Informationsangeboten für die Lehrkräfte und Elter. Umgesetzt wird das Projekt durch einen externen Trainer, der im Laufe des Schulhalbjahres 2022 mit den verschiedenen Beteiligten an der Westricher Grundschule zusammenarbeitete.

 

Für die Schüler:innen fand ein intensiver Trainingstag statt, an dem die folgenden Ziele erreicht werden sollten:

  • die:den Einzelnen stärken
    • Selbstsicherheit fördern
    • Unterstützung in der Wahrnehmung der eigenen Grenzen und dem kommunikativen (gewaltfreien!) Abstecken dieser
    • Zielstrebigkeit fördern, Erfahrung des „Über sich Hinauswachsens“ ermöglichen
  • Klassenverband stärken
    • Verbesserung der Lernatmosphäre
    • Förderung eines respektvollen und gewaltfreien Umgangs miteinander
    • Unterstützung in der Wahrnehmung eigener und fremder Gefühle, Entwicklung von Empathie

Um den Schüler:innen im Rahmen des Trainingstages die entsprechenden Inhalte und Erfahrungen sowie die Werkzeuge, das Gelernte im Alltag umzusetzen, zu vermitteln, werden erlebnisorientierte und „aktivierende“ Methoden genutzt. An der Westricher Grundschule fand für alle neun Klassen und somit für rund 200 Schüler:innen ein solcher oben geschilderter Trainingstag statt. Die Kosten hierfür beliefen sich auf insgesamt 4.950,- Euro.

 

Für die Lehrkräfte fand ein pädagogischer Tag zum Thema „Einheitlicher Umgang mit Mobbing“ statt. In diesem Rahmen wurden ihnen detailliertes Fachwissen und erprobte Praxistipps zur Mobbingprävention und somit auch zur Verbesserung der Lernatmosphäre vermittelt. Eine Finanzierung dieses Weiterbildungstages war über Fortbildungsgelder der Schule möglich.

 

Für die Eltern wurde ein offener Elternabend angeboten, um die Inhalte des Trainingstags auch systemisch zu verankern. Den Eltern wurde berichtet, was mit den Schüler:innen erarbeitet wurde und sie erhielten Tipps, wie das Gelernte im Familienalltag umgesetzt und vertieft werden kann. Für den Elternabend entstanden Kosten in Höhe von 360,- Euro.

 

ProFiliis hat die Westricher Grundschule gerne bei der Umsetzung dieses wichtigen Projektes unterstützt und mit 2.560,- Euro die erforderlichen Mittel für den Trainingstag für vier Klassen (4 x 550,- Euro) sowie den Elternabend (360,- Euro) bereitgestellt.

 

sh

Stark auch ohne Muckis
Dortmund - Lütgendortmund
Westricher Grundschule
Bildung

Auf den Spuren der Geschwister Scholl

„Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt.“

 

Dieses bekannte Zitat der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano macht deutlich, dass Erinnerungskultur unverzichtbar ist. Die Auseinandersetzung mit den Strukturen des NS-Regimes und den in diesem Zusammenhang begangenen Verbrechen und Gräueltaten ist essentiell, um ein Vergessen oder schlimmer noch eine Verharmlosung zu verhindern.

 

Aus diesem Grund stand die Arbeit des Ortsverbands Nette der Falken im Jahr 2022 unter dem Motto „Den Nazis auf der Spur – Anne Frank und Geschwister Scholl“. Anhand der Schicksale von Anne Frank, die sich mit ihrer Familie zwei Jahre in einem Hinterhaus vor den Nazis versteckte, sowie Hans und Sophie Scholl als Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ sollen den Mädchen die schrecklichen Geschehnisse der NS-Zeit anschaulich gemacht werden.

 

Zu diesem Zweck haben die Mitglieder der Falken-Gruppe für Mädchen zwischen elf und achtzehn Jahren die Bücher „Das Tagebuch der Anne Frank“ sowie „Das kurze Leben der Sophie Scholl“ erhalten und bei wöchentlichen Treffen besprochen. Es wurde eine Theateraufführung zum Tagebuch der Anne Frank besucht und gemeinsam der Film „Das kurze Leben der Sophie Scholl“ geschaut. Außerdem fanden an der Anne-Frank-Gesamtschule und der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Kooperationsbesuche satt, da es an beiden Schulen AGs gibt, deren Mitglieder sich mit den Namensgeber:innen beschäftigen und der Falken-Jugend weitere Informationen geben und mit ihnen in den Austausch gehen konnten. Darüber hinaus waren drei Erinnerungsfahrten mit den folgenden Zielen geplant:

 

  • Anne-Frank-Haus in Amsterdam (Museum in dem Haus, in dem sich die Familie Frank versteckte)
  • Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo Anne Frank 1945 starb
  • Wirkorte der Weißen Rose in München sowie die Gedenkstätte Dachau

 

Um die Kosten für die Fahrten für die interessierten Falken möglichst gering zu halten, wendeten sich die Verantwortlichen bei der Planung an ProFiliis und beantragten die Übernahme der Fahrtkosten. Die Stiftung sagte diese Förderung gerne zu.

 

Leider konnte schlussendlich nur die Fahrt nach München stattfinden. Hierher reisten 24 Jugendliche aus der Falkengruppe. Sie besuchten die DenkStätte Weiße Rose an der Ludwig-Maximilians-Universität, an der Hans und Sophie Scholl studiert haben. Die Gruppe ging außerdem in die Franz-Joseph-Straße, in der die Geschwister bis zu ihrer Inhaftierung und der folgenden Hinrichtung 1943 lebten. Darüber hinaus stand ein Besuch des Gedenkortes Orleansstraße mit dem sog. „Weiße Rose-Zaun“ auf dem Programm. Von diesem Ort existiert ein Foto einer Abschiedsszene: Sophie Scholl verabschiedet ihren Bruder sowie weitere Freunde (z. T. Mitglieder der Weißen Rose), die zum Militäreinsatz an der Ostfront aufbrechen. Auch die KZ-Gedenkstätte Dachau wurde von der Falkengruppe besichtigt.

 

Die Falken-Jugend hat auf dieser Fahrt sehr viel gelernt, Geschichte erlebt und konnte an den Originalplätzen das Leben und Wirken der Geschwister Scholl kennenlernen und nachvollziehen. Die Teilnehmenden haben wichtige Erfahrungen gemacht, die ihre Persönlichkeitsentwicklung stärken können.

 

Zum Hintergrund:

Die Sozialistische Jugend Deutschlands „Die Falken“ ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Kinder- und Jugendverband. Kinder und Jugendliche lernen hier, für sich selbst und andere einzustehen und ihre Möglichkeiten, politisch aktiv zu sein, zu nutzen. Kernbereiche der pädagogischen Tätigkeit sind Kinderrechte, Antifaschismus, Feminismus und Kapitalismuskritik. Der Ortsverband Nette ist einer von zwölf Ortsverbänden im Unterbezirk Dortmund und bietet wöchentlich ein Treffen für die jungen Falken von acht bis elf Jahren an sowie eine Mädchengruppe für Teilnehmerinnen von elf bis achtzehn Jahren. Die Kinder und Mädchen leben vorrangig im direkten Umkreis des Falkentreffs Westerfilde. Viele von ihnen haben Migrationshintergrund und/oder leben in Familien, die finanziell schwächer aufgestellt sind. Die Mitarbeitenden des Ortsverbandes Nette sind ehrenamtlich tätig und setzen für derartige Fahrten ihre Urlaubstage ein, zahlen selbst auch den Teilnahmebeitrag und stellen zum Teil ihre eigenen Fahrzeuge zur Verfügung.

 

sh

Auf den Spuren der Geschwister Scholl
Dortmund - Mengede
SJD – Die Falken – Ortsverband Nette
Freizeit

Winterspielplatz für die Kleinsten

Wer kennt es nicht? Das Wetter ist schlecht, aber zu Hause fällt einem die Decke auf den Kopf. Besonders mit Kleinkindern kann ein Tag schon mal lang werden, wenn schon jedes Spiel gespielt, jedes Puzzle gepuzzelt und jedes Buch gelesen wurde. Bei Regen und kalten Temperaturen ist ein Spielplatzbesuch insbesondere mit kleinen Kindern, die sich viel am Boden aufhalten und in dicker Winterkleidung in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, aber kaum eine Option und die dortigen Möglichkeiten sich auszutoben, können nicht wahrgenommen werden. Der frühe Sonnenuntergang im Winter erschwert den Aufenthalt im Freien zusätzlich.

 

An dieser Stelle leistete die Christuskirche in diesem Winter Abhilfe und eröffnete in einem über 100 m2 großen Raum hinter der Kirche einen Winterspielplatz. Nach einigen Umräumarbeiten wurde der Raum mit Spielgeräten und -materialien ausgestattet und zusätzlich ein Café-Bereich eingerichtet, in dem sich die Begleitpersonen der Kinder aufhalten und untereinander austauschen können. Der Winterspielplatz hatte über den gesamten Winter (bis zum 20. März) an zwei Vormittagen pro Woche geöffnet.

 

Das Angebot war vorrangig auf Kinder unter vier Jahren ausgerichtet und es konnten rund 30 Kinder gleichzeitig dort spielen, toben und Zeit miteinander verbringen. Die Besucher:innen mussten keinen Eintritt o. ä. zahlen; der Winterspielplatz war für die Familien aus der Gemeinde sowie alle anderen Kinder und ihre Begleitpersonen kostenlos.

 

Für ein tolles, großes Spiel- und Bewegungsangebot wurde Folgendes angeschafft:

  • Trampolin
  • Schaumstoff-Schwebebalken
  • Kletterdreieck und -bogen
  • Wellenwege
  • Stapelsteine
  • Klettergerüst
  • Rollbretter
  • Rutschautos
  • Turnmatten
  • Bälle
  • Minibällebad
  • Motorik- & Sensorikparcours für Babies
  • Spielbögen
  • Spielmatten

 

Zum Hintergrund:

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Christuskirche Dortmund liegt im Herzen der Dortmunder Nordstadt. Dieser Stadtteil ist geprägt durch kulturelle Vielfalt und viele im Stadtbild präsente Kinder und Jugendliche. Das Veranstaltungsangebot der Christuskirche richtet sich nicht ausschließlich an die eigenen Mitglieder, sondern in vielen Fällen an alle Interessierten – ohne Berücksichtigung von Herkunft oder Religionszugehörigkeit. So erreicht die Christuskirche viele Familien, Kinder und Jugendliche mit tollen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

 

sh

 

UPDATE 06/2023

Das Team der Christuskirche hat inzwischen Bilanz bzgl. des Winterspielplatzes gezogen. Generell lässt sich sagen, dass das Angebot gut angenommen wurde und die Besucher:innen sehr positives Feedback gegeben haben. Aus diesem Grund wurde entschieden, dass der Winterspielplatz als Saisonangebot in der dunklen Jahreszeit fortgeführt werden soll.

 

Insgesamt wurde der Winterspielplatz von 386 Kindern und 367 Erwachsenen besucht; im Durchschnitt bedeutet dies, dass pro Öffnungstag 18 Kinder und 17 Erwachsene anwesend waren.

 

Auch am letzten Öffnungstag waren noch Besucher:innen zum ersten Mal da.

 

Der Großteil der Besucher:innen gab an, aus den Innenstadt-Stadtteilen und Hombruch zu kommen. Aber auch Aplerbeck, Bodelschwingh, Huckarde, Holzen, Holzwickede, Hörde, Kirchhörde, Kirchlinde, Körne, Lütgendortmund und Schüren sowie Städte aus der Umgebung wie Bochum und Castrop-Rauxel wurden genannt.

 

Die Altersstruktur der Kinder, die auf dem Winterspielplatz gespielt haben, ist der folgenden Grafik zu entnehmen:

Altersverteilung

 

Das Team von ProFiliis freut sich, dass der Winterspielplatz so gut angenommen wurde und das Projekt fortgesetzt werden soll!

 

sh

Winterspielplatz für die Kleinsten
Dortmund - Innenstadt-Nord
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Christuskirche Dortmund