„Jugend fördern. Zukunft gestalten.“ Das ist die Zielsetzung der im Jahr 2009 ins Leben gerufenen Kommende-Stiftung beneVolens. Die Bildungsprojekte der Stiftung zielen darauf ab, Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, wobei ihnen stets wertschätzend entgegengetreten wird und ihnen neue Lebensperspektiven eröffnet werden sollen. Besonders sozial benachteiligte Jugendliche sollen durch die Programme der Stiftung gefördert und in die Gesellschaft integriert werden.
Ein Bildungsprojekt von beneVolens sind Entrepreneurship-Seminare an Schulen, in denen Schüler:innen sich als Unternehmer:innen kennenlernen und verschiedene betriebliche Abläufe kennenlernen können (vergleichbar mit Schüler:innenfirmen). Ziel dieses Projektes ist es, „Schüler:innen durch praktische Erfahrungen mit wirtschaftlichen und insbesondere unternehmerischen Tätigkeiten vertraut zu machen und somit einen Beitrag zur Qualifizierung für ihre berufliche Laufbahn zu legen.“ (Ausschnitt aus dem Förderantrag) Außerdem sollen durch die Zusammenarbeit in der Gruppe auch die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen gestärkt werden.
Im Schuljahr 2025/26 wurde nun erstmal auch an der Hauptschule Scharnhorst ein derartiges Entrepreneurship-Seminar angeboten. 11 interessierte Schüler:innen des achten Jahrgangs im Alter von 13 bis 15 Jahren haben an diesem Seminar teilgenommen und sind auf die Suche nach dem eigenen unternehmerischen Talent gegangen.
Von Anfang an stand fest, dass am Ende des Schuljahres ein eigener Merchandise-Artikel entstanden sein soll. Die Schüler:innengruppe wurde von Beginn an von einem Referenten von beneVolens begleitet und unterstützt. Zunächst stand im Fokus, dass sich die Gruppe als „Produktionsfirma“ formt und findet. Nach den Herbstferien setzten sich die Jugendlichen dann mit der Unternehmensstruktur und -identität ihrer „Firma“ auseinander und arbeiteten die Aufgaben eines Produktionsprozesses heraus. Im Rahmen eines Planspiels lernten die Jugendlichen verschiedene Teilbereiche und Merkmale des Wirtschaftslebens kennen.
Im Oktober stand dann ein spannender Programmpunkt für die Schüler:innen an: Ein Besuch bei "Art Worx Merchandising GmbH" - einem Unternehmen in der Nachbarschaft. Hier erhielten die Jugendliche spannende Einblicke in die Arbeit in einem professionellen Merchandise-Unternehmen. „Der Unternehmensbesuch zeigte ihnen, was für Merchandising notwendig ist, welche Verfahren es gibt, um zum Beispiel T-Shirts zu bedrucken und warum Arbeitsteilung von Vorteil ist.“ (Auszug aus dem Projektbericht)
"Der oft bemühte Begriff des ‚Teamworks‘ wird beim Entrepreneurship-Seminar für die Jugendlichen konkret und lebendig. Sie lernen, dass nicht eine:r wichtiger ist als der andere. Alle werden gebraucht. Sie erleben, dass jede:r Fähigkeiten mitbringt. Gemeinsam finden wir heraus, wo ihre Stärken liegen und wie sie diese einbringen können", erkannte Anika Heydenreich von Art Worx Merchandising GmbH eine Stärke des Projektes.
Nach den Herbstferien und auf Grundlage des Gelernten und Erlebten beschäftigten sich die Schüler:innen dann mit der Frage, wie ihre eigene Firma heißen solle. Sie einigten sich auf den Namen „Omnia“, was lateinisch für alles oder allumfassend ist. Dann ging es an die Überlegungen bzgl. eines konkreten Produktes. Da die Schule über eine CNC-Fräse verfügt, erwogen die Schüler:innen, was sich mit dieser herstellen ließe. Es wurden verschiedene Ideen gesammelt und zum Teil schnell wieder verworfen. Am Ende blieb die Idee eines Flaschenöffners. „Dabei durchlief das Produkt eine Evolution: Von ersten Zeichnungen eines Fahrrads mit dem Öffner im Reifen über einen handlichen Flaschenöffner für den Schlüsselbund gab es verschiedene erste Ideen.“ (Auszug aus dem Projektbericht)
Die überzeugendsten Ideen wurden in einem Programm für den 3D-Drucker geplant und erste Prototypen gedruckt. An dieser Stelle wurde schnell klar, dass es von hier noch ein weiter Weg bis zum fertigen Produkt war. Manche Entwürfe hatten zwar ein schönes Design, waren jedoch – mit den vorhandenen Mitteln – nicht produzierbar oder nicht funktional. Die Jugendlichen mussten erkennen, was es alles zu beachten galt: Stabilität, Materialverbrauch, Design, Funktionalität, Hürden bei der Produktion, … „Begleitend zur Entwicklung des Produkts führten die Schüler:innen eine Marktanalyse durch und befassten sich damit wie andereMerchandise-Artikel beworben werden.“ (Auszug aus dem Projektbericht)
In dieser Zeit sammelten die Schüler:innen viele wichtige Erfahrungen: „So haben sie gelernt, warum es wichtig ist, sich Ziele zu setzen und Prozesse auch immer wieder anzupassen, wenn sich Faktoren ändern.Gleichzeitig konnten sie erste Erfahrungen in der Programmierung des 3D-Druckers und der CNC-Fräse machen und mit beiden Geräten arbeiten. Dabei wurden nebenbei auch ihre Fähigkeiten in Mathematik geschult, da sie für die Programmierung ein Koordinatensystem nutzen mussten.“ (Auszug aus dem Projektbericht)
»Durch die Arbeiten mit dem 3D-Drucker und der CNC-Fräse im Entrepreneurship-Seminar konnte ich bei meiner Bewerbung für ein Praktikum mit vielen nützlichen Kompetenzen punkten.« Elias D., Schüler »Omnia«
Inzwischen ist es den Schüler:innen gelungen, einen Prototyp zu erstellen, der all ihre Anforderungen erfüllt. Leider war das Schuljahr aber schon vorbei, sodass der Omnia-Flaschenöffner nicht in den Verkauf gehen konnte. Aktuell wird geklärt, ob im nächsten Schuljahr mit der Schüler:innengruppe im Rahmen des Entrepreneurship-Seminars weitergearbeitet und mit dem entwickelten Prototyp in die Verkaufsphase gestartet werden kann.
Zum Abschuss des Schuljahres fand eine feierliche Zertifikatsverleihung statt, bei der die Arbeit der Jugendlichen gewürdigt wurde. Außerdem erhielten sie Bescheinigungen über die neu erworbenen Kompetenzen wie das Programmieren und Arbeiten mit dem 3D-Drucker und einer CNC-Fräse.
Um das Entrepreneurship-Seminar über ein gesamtes Schuljahr durchzuführen, fallen Kosten in Höhe von über 15.000,- Euro an. Mit rund 4.200,- Euro hat ProFiliis die benötigten Mittel für die Begleitung durch den Referenten bereitgestellt.
sh

