Wenn Eltern merken, dass ihr Kind „anders“ ist als andere, kann das eine große Verunsicherung mit sich bringen. Ist mein Kind auffallend ruhiger oder unruhiger als andere? Warum können andere Kinder in dem Alter schon Krabbeln und meins noch nicht? Wieso wirkt mein Kind in unbekannten Situationen immer so gestresst?
Diese und ähnliche Fragen stellen sich die Eltern der Kinder, die vom Team der Frühförderstellen des Diakonischen Werks Dortmund und Lünen begleitet werden. Es handelt sich hierbei um eine Einrichtung für entwicklungsverzögerte und beeinträchtigte Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren. Hier werden Kinder in Augenschein genommen, ggf. wird eine Diagnostik durchgeführt und ein individuelles Förderkonzept entworfen und umgesetzt. Das Team ist interdisziplinär aufgestellt und setzt sich aus Heilpädagog:innen, Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen, Physiotherapeut:innen, Psycholog:innen und Ärzt:innen zusammen. So sind ein umfassender Blick auf die Kinder sowie eine ganzheitliche Förderung möglich.
„Schwerpunkte unserer Förderung liegen in den Bereichen der Erweiterung sprachlicher, sozial-emotionaler, motorischer und kognitiver Fähigkeiten.“*
Ein großer Bestandteil der Arbeit ist auch die Stärkung der Eltern. Ihnen werden Hilfestellungen gegeben, um mit den Herausforderungen des Familienalltags umzugehen und sie werden auf die speziellen Bedürfnisse ihrer Kinder aufmerksam gemacht und für diese sensibilisiert.
90 % der Familien, deren Kinder die Frühförderstelle besuchen, wohnen in der Dortmunder Nordstadt. „Gerade in diesem Stadtbezirk ist der Bedarf und die Anfrage enorm hoch, zurzeit entstehen Wartezeiten auf einen Förderplatz von bis zu 10 Monaten. Besonders eklatant ist der Anstieg an Anfragen für Kinder mit Verdacht auf eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum. Hierdurch haben sich Bedarfe in der Förderung verändert: konzeptionell, inhaltlich und in der Ausstattung. Diese Kinder bedürfen eines besonderen räumlichen Umfelds, das möglichst reizarm gestaltet sein muss.“*
Um diesen Bedarfen entsprechen zu können, um barrierefreien Zugang zu ermöglichen und insgesamt familienfreundlichere Räume anbieten zu könnten, stand im Juli 2025 ein Umzug für die Frühförderstelle zu einem neuen Standort am Rande des Hoeschparks an. Dieser bringt viele Vorteile: „eine gute Erreichbarkeit, eine räumliche Erweiterung, ein kindgerechtes Umfeld und die Möglichkeit, den speziellen Bedürfnissen der Kinder gestalterisch gerecht zu werden.“*
Neben dem bereits vorhandenen Material wurden zur Ausstattung des neuen Standorts zusätzlich Spielgeräte und pädagogisch sinnvolle Einrichtungsgegenstände benötigt, die zur Altersstruktur und den Förderbedarfen der Klient:innen passen. Auf diese Weise konnte eine für die Kinder ansprechende und anregende Erfahrungswelt geschaffen werden, in der sie zur Teilhabe angeregt werden. Außerdem verfügt das Frühförderzentrum am neuen Standort über einen Außenbereich, der ebenfalls für die pädagogische und therapeutische Arbeit genutzt werden kann und eine entsprechende Ausstattung benötigte.
Die Diakonie hatte bereits über die Sammlung des Dortmunder Spendenparlaments Spendobel finanzielle Unterstützung erhalten (zum Projekt). Allerdings waren noch einige Kostenpositionen offen, sodass sich die Verantwortlichen bei der Diakonie mit einem Förderantrag an die ProFiliis-Stiftung gewendet haben. ProFiliis hat die Ausstattung des neuen Standortes mit insgesamt 6.000,- Euro unterstützt, sodass folgende Anschaffungen möglich waren:
Die Familien werden in einem freundlichen Empfangs- und Wartebereich begrüßt. Hier sorgen Spielangebote und Wandspielgeräte dafür, dass in der Wartezeit keine Langeweile aufkommt. Dank Sitzgelegenheiten und Garderobenhaken speziell für Kinder fühlen sich die kleinen Klient:innen direkt willkommen.
Außerdem wurde ein Wickelbereich eingerichtet, in dem kleine Kinder unter Wahrung der Privatsphäre, sicher und hygienisch versorgt werden können.
Eine neue Spielküche ermöglicht Rollenspiel-Erfahrungen und bietet Redeanlässe zwischen Klient:innen und dem professionellen Team.
Der Motorikraum verfügt nun zusätzlich über eine Sprossenwand, eine Kletterwand, eine Turn- und Kletterbank, einen Turnkasten, Matten und ein Bällebad. Die Kinder können sich hier nicht nur austoben, sondern auch in Grobmotorik, Körperwahrnehmung, Gleichgewicht, Muskelkraft, Konzentration und Kreativität gefördert werden.
Im neuen Außenbereich wurde ein Sandkasten errichtet und mit vielfältigem Sandspielzeug ausgestattet. Eine Matschwanne, ein Outdoorpicknicktisch und eine bunte Auswahl an Spielgeräten erweitern das Angebot im Garten der Frühförderstelle. Eine wetterfeste Aufbewahrungsbox ermöglicht die sichere Lagerung der Spielgeräte.
Derzeit werden 171 Kinder in der Frühförderstelle am Hoeschpark betreut, die von der neuen Ausstattung und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten profitieren.
sh
* dem Förderantrag entnommen