Die Mädchengruppe des Ortsverbands Nette des Kinder- und Jugendverbands „SJD - Die Falken“ beschäftigen sich in ihren wöchentlichen Gruppenstunden mit Themen wie Demokratie, der Entstehung der BRD und dem Nationalsozialismus. Neben den wöchentlichen Treffen sind auch Mahn- und Gedenkfahrten seit einigen Jahren ein fester Bestandteil des Jahresprogramms. So ging es für die Teilnehmerinnen unter anderem schon nach Berlin, München, zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, zur Wewelsburg und sogar nach Amsterdam und Paris. Sie wandelten auf den Spuren der Geschwister Scholl und von Anne Frank.
Auch in 2026 geht es für die Falken-Mädchengruppe wieder auf die Reise: Im Mai wird die Gruppe für ein langes Wochenende nach Frankreich aufbrechen und die Städte Verdun, Paris und Sedan besuchen. Thematischer Schwerpunkt hierbei sind der Erste Weltkrieg und die Besetzung Frankreichs sowie der Widerstands Frankreichs im Zweiten Weltkrieg.
In Verdun fand 1916 über zehn Monate eine der längsten Schlachten des ersten Weltkrieges statt. Das Fort Douaumont gilt als Symbol der Schlacht von Verdun und beherbergt heutzutage ein Museum, das die Geschichte des Forts im Ersten Weltkrieg anschaulich erzählt. Ergänzt durch einen Besuch im Museum „Mémorial“, das noch mehr Einblicke in die Schlacht von Verdun ermöglicht, erhält die Mädchen-Gruppe jede Menge Informationen über diese geschichtliche Epoche und kann sich ein Bild von den originalen Schauplätzen machen.
Während der Zeit in Paris wird sich Gruppe mit dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzung von Juni 1940 bis August 1944 beschäftigen: „Schwerpunkt ist die Erinnerung an die Widerstandskämpfer der Resistance sowie an die Gräueltaten der Nazis während der Besatzungszeit. Besucht werden das Memorial de la Shoah und der Friedhof Père-Lachaise. Ein thematischer Erinnerungsrundgang entlang des Champs-Élysées von den Tuileries bis zum Étoile soll an die Besatzungszeit und die Gräueltaten der Nazis erinnern.“ (Auszug aus dem Förderantrag)
Bevor es von Paris zurück nach Dortmund geht, macht die Gruppe noch einen Zwischenstopp in Sedan, wo sie sich erneut mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzten wird. Sedan war für die gesamte Dauer des ersten Weltkrieges von deutschen Soldaten besetzt, die unter anderem einen großen Soldatenfriedhof auf dem bestehenden Friedhof Saint-Charles anlegten. Heute steht hier das „Monument allemand du cimitère Saint-Charles“ als Gedenkstätte des Ersten Weltkrieges.
Im Rahmen der wöchentlich stattfindenden Gruppenstunden wird die Bildungsfahrt thematisch vorbereitet. Unter anderem wird die Gruppe gemeinsam den Film „Im Westen nichts Neues“ anschauen und über das Gesehene sprechen.
In den Sommerferien findet dann eine zweite Bildungsfahrt in Form eines Tagesausfluges statt. Zunächst geht es für die Falken-Gruppe mit dem Zug nach Remagen ins Friedensmuseum „Brücke von Remagen“, das unter anderem die Geschichte der Ludendorff-Brücke thematisiert, in deren Brückenkopf es sich befindet. Die Ludendorff-Brücke wurde aus militärischen Gründen im Ersten Weltkrieg als Möglichkeit den Rhein zu überqueren errichtet. Im Zweiten Weltkrieg erhielt sie symbolträchtige Wirkung, als es im März 1945 in der Schlussphase des Krieges amerikanischen Alliierten gelang, die Brücke einzunehmen und so den ersten festen Übergang über den Rhein für die Alliierten ermöglichte. Der Vorstoß der alliierten Truppen Richtung Ruhrgebiet konnte so beschleunigt werden. Wehrmachtssoldaten versuchten mehrere Tage lang vergeblich, die Brücke zu sprengen, bis diese schließlich – zehn Tage nach der Eroberung – zusammenstürzte. „Das Friedensmuseum zeigt die Ereignisse um die Sprengung der Brücke und thematisiert zusätzlich den Schwerpunkt ‚Frieden‘. Anhand eines Aufgabenbogens erkunden die Teilnehmenden den Themenschwerpunkt ‚Frieden‘.“
Per Schiff geht es dann weiter nach Bonn, wo die Gruppe das „Haus der Geschichte“ – genauer gesagt die neue Dauerausstellung „Du bist ein Teil der Geschichte – Deutschland seit 1945“ – besuchen wird. Die Mädchen werden anhand eines Arbeitsbogens durch die Ausstellung rund um Kriegskonflikte und Friedenbewegungen nach 1945 geführt. Im Anschluss geht es für die Gruppe mit dem Zug zurück nach Dortmund.
Beide Bildungsfahrten sind für 16 Personen geplant. Um die Teilnahme allen interessierten Mädchen aus der Falken-Gruppe zu ermöglichen, wird nur ein geringer Eigenanteil eingefordert, und die Verantwortlichen bemühen sich um finanzielle Unterstützung von anderer Stelle. ProFiliis wird mit 3.572,- Euro über 75 % der benötigten Mittel bereitstellen und wünscht den Mädchen schon jetzt lehrreiche und spannende Tage!
sh