100.000,- Euro für zwei Schulen in Bolivien

Projektzeitraum:
Oktober 2020 bis Oktober 2021
Förderquote:
100 % der beschriebenen Maßnahmen
Projektart:
Humanitärhilfe , Gesundheit
Partner:

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Begünstigte:

die Schüler*innen und Lehrer*innen des Bildungszentrums El Arenal in Cuevo sowie der Schule in Guazuigua Cruce

Ein gelungenes Beispiel für ein effizientes Co-Funding

 

Ausgangslage im Oktober 2020

Das Bildungszentrum El Arenal befindet sich in der Gemeinde Cuevo im Süden Boliviens. 90 % der Einwohner gehören zum Volk der Guaraní, das im Kolonialismus zum Teil von Vertreibung und Ausbeutung durch die Kolonialisten betroffen war. Heutzutage lebt ein Großteil der Guaraní verstreut in mehreren Ländern Südamerikas in kleinen Gemeinschaften, in denen viele Familien problematischen Lebensbedingungen ausgesetzt sind. Auch in der Gemeinschaft in Arenal herrschen schwierige Bedingungen, da sie sich vorwiegend über landwirtschaftliche Produktion auszeichnet, obwohl die klimatischen Gegebenheiten hierfür schwierig sind: Auf Grund der Anfälligkeit des Bodens für große Trockenheit kann der Anbau von ausreichend Nahrung nicht verlässlich gewährleistet werden. Generell sind die wirtschaftlichen Erträge sehr gering und somit auch die sozioökonomischen Bedingungen der Familien. Viele Kinder und Jugendliche können zu Hause nicht angemessen ernährt werden.

 

Trotz dieser Erschwernisse wächst die Bevölkerung stetig und somit auch die Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die beschult werden müssen. Da Arenal das einzige Bildungszentrum im Umkreis ist, das Unterricht für die Sekundarstufe sowie die Unterbringung der Schüler*innen in einem Internat anbietet, ist es auch Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche aus Nachbargemeinden. Um all diesen Schüler*innen angemessenen Unterricht sowie den Zugang zu kostenloser Schulspeisung zu ermöglichen, muss das Bildungszentrum dringend erweitert werden. 

 

Auf Grund der Corona-Pandemie ist der Schulbetrieb aktuell unterbrochen und es kann kein adäquater Ersatz angeboten werden. Den Schüler*innen wird also zum einen ihr Recht auf Bildung genommen, zum anderen ist die angemessene Ernährung der Kinder und Jugendlichen weiter gefährdet. Die Kluft zwischen Schüler*innen in der Stadt und auf dem Land sowie von privaten und öffentlichen Bildungsinstitutionen wird so weiter vergrößert. Es muss also nicht nur mehr Raum für immer mehr Lernende, sondern auch die Möglichkeiten für „Fernunterricht“ oder andere adäquate Bildungseinheiten geschaffen werden.

 

Rund 75 Kilometer entfernt von Cuevo liegt die Gemeinde Guazuigua Cruce, deren Einwohner mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Auch hier ist ein Ausbau der Schule dringend notwendig.

 

 

Projekt

Seit Oktober 2020 werden in Cuevo vier und in Guazuigua Cruce drei neue Klassenzimmer gebaut, die mit Möbeln und pädagogischem Material ausgestattet werden. Außerdem werden die Räume technologisch ausgerüstet und Multimedia-Geräte zur Verfügung gestellt. Beim Bau der neuen Klassenzimmer wird darauf geachtet, dass dort Regeln im Kontext der Corona-Pandemie eingehalten werden können. Ferner werden barrierefreie Sanitäranlagen sowie in Cuevo außerdem ein Spielplatz errichtet.

 

Auf diese Weise soll den 279 Schüler*innen und den 24 Lehrer*innen eine angemessene und gesundheitlich unbedenkliche Lern- und Lehrumgebung geboten werden, in der die Kinder und Jugendlichen ihre kognitiven und sozialen Kompetenzen erweitern können.

 

Um die Nachhaltigkeit der Erweiterung des Bildungszentrums sicherzustellen, werden die Gemeinden Cuevo und Guazuigua Cruce in die Baumaßnahmen involviert. So steuern die Gemeinden einen finanziellen Eigenanteil bei und bieten technische Unterstützung. Außerdem werden lokale Materialen und Arbeitsleistungen einbezogen. Des Weiteren werden die örtlichen bildungspolitischen Behörden, die Elternvertretungen und Unterstützungseinrichtungen in Projektplanung und -umsetzung eingebunden. 

 

Durchgeführt wird das geschilderte Projekt von World Vision; einem international tätigen Hilfswerk mit den Schwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaft. Die Organisation setzt sich weltweit für Kinder und Familien (unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht etc.) ein, um deren Lebensbedingungen zu verbessern und Armut und Ungerechtigkeiten zu bekämpfen.

 

 

Finanzierung

Schon seit vielen Jahren unterstützt die ProFiliis-Stiftung World Vision einmal jährlich bei der Durchführung eines Projektes in den sogenannten Entwicklungsländern. In diesem Fall handelt es sich jedoch um eine ganz besondere Unterstützung: Die Mitglieder der Erbengemeinschaft Hilde Schmidt-Häbel, vier Geschwister, kamen mit dem Wunsch auf ProFiliis zu, 50.000,- Euro aus dem Nachlass ihrer kinderlosen Tante für ein karitatives Kinder- und Jugendprojekt zu spenden und baten ProFiliis um Vorschläge für ein geeignetes Projekt in einem sog. Entwicklungsland. Gemeinsam entschied man sich für das aktuelle Projekt von World Vision. 

 

Um eine noch höhere Wirkung des Projektes zu erzielen hatte ProFiliis schon sehr früh im Prozess angeboten, die Spende der Erbengemeinschaft aus eigenen Mitteln zu verdoppeln, sodass nun insgesamt 100.000,- Euro für das Bildungszentrum El Arenal in Bolivien zur Verfügung gestellt werden können. Mit diesen Mitteln können 

 

  • insgesamt sieben Klassenräume sowie ein Spielplatz erbaut werden, 
  • Möbel, Multimedia-Geräte, didaktisches Material sowie Material für COVID-19-Maßnahmen für zwei Schulen angeschafft werden und 
  • die Projektbetreuung durch World Vision sichergestellt werden.

 

An dieser Stelle werden wir Sie über den Stand des Projektes auf dem Laufenden halten und Fotos vom Baufortschritt veröffentlichen.

 

sh

 

 

Update 12/2020:

Die Vereinbarungen mit beiden Stadtverwaltungen und den Dörfern sind getroffen worden, die Ausschreibungen für die Bauarbeiten in Bolivien laufen.

 

Fotos des Projektfortschritts


Lage der beiden Schulen in Bolivien