„Jugend fördern. Zukunft gestalten.“ Das ist die Zielsetzung der im Jahr 2009 ins Leben gerufenen Kommende-Stiftung beneVolens. Die Bildungsprojekte der Stiftung zielen darauf ab, Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, wobei ihnen stets wertschätzend entgegengetreten wird und ihnen neue Lebensperspektiven eröffnet werden sollen. Besonders sozial benachteiligte Jugendliche sollen durch die Programme der Stiftung gefördert und in die Gesellschaft integriert werden. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von beneVolens sind Schüler:innen-Firmen. Im Schuljahr 2024/25 hat beneVolens mit der Jeanette-Wolff-Schule kooperiert:
Die Jeanette-Wolff-Schule liegt im Herzen von Dortmund-Mengede und wird von fast 400 Schüler:innen besucht. Schon seit 1996 werden an der Jeanette-Wolff-Schule Kinder und Jugendliche mit und ohne besonderen Förderbedarf gemeinsam unterrichtet. Aktuell haben rund 50 Schüler:innen einen erhöhten Förderbedarf.
Für einige Schüler:innen der 9. und 10. Jahrgangsstufe stand im Schuljahr 2024/25 etwas ganz besonderes auf dem Stundenplan: Sie durften in die Rolle von Unternehmer:innen schlüpfen und die Schüler:innen-Cafeteria „Wolffs Café“ übernehmen.
10 Jugendliche haben im Rahmen einer Schüler:innenfirma die Abläufe in der Gastronomie kennengelernt, Speisen und Verkauf sowie den Einsatz finanzieller Mittel geplant. Die pädagogische Begleitung hat ein Referent der Kommende-Stiftung beneVolens übernommen, der sich einmal in der Woche mit den Schüler:innen zusammengesetzt und ihnen theoretisches Wissen sowie praktische Tipps vermittelt hat.
Im Rahmen der ersten Teamsitzung, zu der der Projektreferent alle Mitglieder der Schüler:innenfirma einlud, wurden wichtige Informationen weitergegeben, aber auch Wünsche der Schüler:innen besprochen.
Da die Schüler:innen-Gruppe als neues Arbeitsteam zusammenwachsen musste, wurden anfangs verschiedene erlebnispädagogische Übungen gemacht, um das „Wir-Gefühl“ der Gruppe zu stärken. In dieser Phase konnten auch die Stärken und Interessen der einzelnen Schüler:innen identifiziert werden, sodass die verschiedenen Aufgaben im Cafeteria-Alltag sinnvoll aufgeteilt werden konnten.
Die Schüler:innen des Jahrgangs 10 hatten bereits im vorherigen Schuljahr in der Cafeteria mitgearbeitet und hatten deswegen bereits Erfahrungen. Der „Nachwuchs“ aus den 9. Klassen hingegen musste die handwerklichen Fertigkeiten noch erlernen, die in der Cafeteria benötigt werden: „Hierfür lernten die Jugendlichen der Jahrgangsstufe 10 die neu hinzugewonnen Schüler:innen an, um Ihnen zu zeigen, wie Brötchen ansprechend präsentiert und belegt werden, worauf beim Herstellen eines Latte Macchiatos zu achten ist und wie die Abrechnung in der Verkaufsphase während der Pausen erfolgt.“ *
Nach dieser ersten „Findungs-Phase“ und dem Erlernen der wichtigsten Prozesse und Abläufe setzten die Jugendlichen ein spannendes Vorhaben um: Sie gestalteten ein neues Logo für die Cafeteria, das an Jeanette Wolff – die Namensgeberin der Schule – erinnert. „Infolgedessen wurden für den Getränkeverkauf von den Jugendlichen neue Gläser und Tassen mit dem neuen Logo der Schülerfirma angeschafft, so dass das Re-Design auch im Alltag sichtbar wird.“ * Ein tolles Erfolgserlebnis für die Schüler:innen!
Im weiteren Verlauf der Schüler:innenfirmen-Arbeit stellte die Gruppe eine Marktanalyse an, holte Informationen über das Angebot der lokalen Konkurrenz ein, diskutierte den Auftrag der Caféteria und analysierte die aktuelle Preisgestaltung. Eine notwendige Preiserhöhung wurde den Mitschüler:innen sensibel und transparent mit Hilfe eines Plakates mitgeteilt, sodass die Preisgestaltung für die Kund:innen von Wolff’s Café nachvollziehbar war, was die Akzeptanz steigerte.
Am Ende des Schuljahres fand eine feierliche Zertifikatsverleihung statt, bei der „die Schüler:innen ein Zertifikat [erhielten], das ihnen nicht nur die Teilnahme bescheinigt, sondern auch die erworbenen Kompetenzen aufführt. Damit können die Jugendlichen ihr Engagement und ihr erlerntes Wissen bei zukünftigen Bewerbungen nachweisen. Ein wichtiger Schritt für ihre berufliche Qualifikation.“ *
Das Ziel dieser Kooperation zwischen der Jeanette-Wolff-Schule und beneVolens ist es, die Schüler:innen durch praktische Erfahrungen mit wirtschaftlichen und insbesondere unternehmerischen Tätigkeiten vertraut zu machen und somit einen Beitrag zur Qualifizierung für ihre berufliche Laufbahn zu leisten. Auch die Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden steht im Fokus des Projektes. Die Fortschritte, die sie in Wolffs Café erzielen, tragen zu einer Steigerung ihres Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls bei. Sie erleben sich als erfolgreich und selbstwirksam, was sie für ihr weiteres Leben – sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext – stärkt:
"Der Verkauf in den Pausen ist wirklich anstrengend und erfordert viel Konzentration. Gleichzeitig macht es mich stolz, dass wir unseren Mitschüler:innen so ein Frühstück ermöglichen können und es ist ein tolles Gefühl, wenn unsere Theke am Ende der Pause restlos ausverkauft ist“ *, erzählt Bilgehan, ein Teilnehmer der Schüler:innenfirma.
Auch die Lehrkräfte schätzen die Arbeit in der Schüler:innenfirma: Sie „loben das Engagement und die Ausdauer der Schüler:innen und betonen die Bedeutung solcher Projekte für das wirtschaftliche Verständnis der Jugendlichen.“ *
ProFiliis hat die Schüler:innenfirma gerne unterstützt und mit rund 4.260 Euro die benötigten Mittel für die pädagogische Begleitung durch den Referenten zur Verfügung gestellt.
Zum Hintergrund:
„Jugend fördern. Zukunft gestalten.“ Das ist die Zielsetzung der im Jahr 2009 ins Leben gerufenen Kommende-Stiftung beneVolens. Die Bildungsprojekte der Stiftung zielen darauf ab, Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, wobei ihnen stets wertschätzend entgegengetreten wird und ihnen neue Lebensperspektiven eröffnet werden sollen. Besonders sozial benachteiligte Jugendliche sollen durch die Programme der Stiftung gefördert und in die Gesellschaft integriert werden.
sh
*(Auszug aus dem Projektbericht von beneVolens)