Alphabetisierung seh- und hörgeschädigter Kinder
Projektzeitraum:
März 2025 bis Februar 2026Förderquote:
über 50 % der GesamtkostenProjektart:
Humanitärhilfe, BildungPartner:
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Begünstigte:
über 200 seh- und hörgeschädigte Kinder in Georgien sowie ihre Familien und begleitende Lehrkräfte
Obwohl die Schulbildung in Georgien generell als gut bezeichnet werden kann und die allgemeine Alphabetisierungsquote bei nahezu 100 % liegt, sieht die Bildungssituation von blinden und hörgeschädigten Kindern und somit auch ihre Zukunftsperspektive anders aus: „Keine Person mit hochgradiger Gehörlosigkeit in Georgien verfügt über eine höhere Ausbildung.“ (Auszug aus dem Förderantrag) Für gehörlose oder schwerhörige Personen ist derzeit ein mittlerer Schulabschluss er maximal mögliche Abschluss. Ein Studium ist für sie ausgeschlossen. Auch die Bildungsmöglichkeiten für blinde Kinder sind in Georgien begrenzt. So gibt es beispielsweise keine Kinderliteratur in Blindenschrift – weder in der Schule, noch in den Familien oder zur Ausleihe in Bibliotheken.
Diese Schilderungen machen deutlich, dass Kinder und Jugendliche mit Hör- und Sehschwierigkeiten im Bildungssystem in Georgien an vielen Stellen nicht mitgedacht werden und ihnen häufig der Zugang zu adäquater Bildung verwehrt wird. Hier setzte 2025 das neue Projekt von World Vision an mit dem Ziel, einen „Beitrag zum Wohlbefinden und zur Entwicklung von blinden und schwerhörigen Mädchen und Jungen durch verbesserte Kommunikationsfähigkeiten“ (Auszug aus dem Förderantrag) zu leisten. Konkret bedeutet das, dass…
- … Lese- und Schreibclubs zur Förderung von Lese- und Schreibfähigkeiten eingerichtet werden.
- … ein Sommercamp durchgeführt werden.
- … Kinderliteratur in Blindenschrift veröffentlicht werden.
Konkret wurden die folgenden Projektbausteine geplant und durchgeführt, um die Alphabetisierung von blinden und schwerhörigen Kindern zu fördern:

(Auszug aus der Projektskizze von World Vision)
Geplant war die Umsetzung der oben genannten Maßnahmen zunächst ausschließlich in Tiflis. Hier gibt es eine Schule für Kinder mit Hörschwierigkeiten, eine Regelschule mit einer Inklusionsklasse, die unter anderem von hörgeschädigten Kindern besucht wird, und ein Internat für blinde Schüler:innen. Aus verschiedenen Gründen war dann aber eine Planänderung nötig, sodass nun auch ein Internat aus der Stadt Kutaissi von den Projektmaßnahmen profitiert hat. An folgenden Institutionen wurden die geplanten Maßnahmen also umgesetzt:
- an einer Förderschule in Tiflis, die 78 hörgeschädigte Kinder der Klassen 1 bis 9 betreut
- an einem Internat in Tiflis, das unter anderem von 42 blinden und sehbehinderten Kindern besucht wird
- an einem Förderschul-Internat in Kutaissi, an dem 30 gehörlose und schwerhörige Kinder unterrichtet werden

Quelle: Wikipedia
Neben diesen betroffenen Kindern und Jugendlichen haben auch Geschwister und Eltern von gehörlosen und schwerhörigen Kindern von dem World Vision-Projekt profitiert, da sie im Rahmen von Workshops neue Möglichkeiten der Kommunikation erlernen konnten. Auch für Lehrkräfte, Erzieher:innen und Gebärdensprachdolmetscher:innen fanden entsprechende Schulungen statt, sodass insgesamt über 200 Personen direkte Begünstigte von den Projektmaßnahmen waren.
Das formulierte Projektziel „blinde und gehörlose bzw. schwerhörige Kinder in Georgien dabei zu unterstützen, ihre Kommunikations-, Lese- und Schreib-, sozialen sowie Selbstständigkeitsfähigkeiten durch angepasste und inklusive Bildungsmaßnahmen zu stärken“ (Auszug aus dem Projektbericht) kann als erreicht angesehen werden. Konkrete Ergebnisse sind:
- Das Projekt stärkte die Kommunikations-, Lese-, Schreib- und Sozialkompetenzen blinder sowie gehörloser bzw. schwerhöriger Kinder in Georgien. Durch das Stattfinden von drei barrierefreien Leseclubs in Tiflis und Kutaissi, dem Lehren von Gebärdensprache und Brailleschrift sowie der Bereitstellung von adäquatem Lernmaterial konnten die Kinder aktiver lesen, lernen, kommunizieren und sich kreativ ausdrücken. Besonders dasGehörlosen-Camp unterstützte die Kinder beim Übergang vom Kindergarten in die Schule und schaffte ein Netzwerk von Kindern, Geschwistern, Eltern, Lehrkräften und Dolmetscher:innen. Insgesamt führten die Maßnahmen zu mehr Selbstvertrauen, Selbstständigkeit und aktiver Teilhabe der Kinder. Gleichzeitig wurden Inklusion und die gesellschaftliche Wahrnehmung der Fähigkeiten von Kindern mit Behinderungen durch gemeinsame Veranstaltungen und Präsentationen gefördert.
- Die Fähigkeit hörgeschädigter Kinder und ihrer Familienangehörigen, in Gebärdensprache zu kommunizieren, wird verbessert. Im Rahmen des Gehörlosen-Camps wurde den Teilnehmenden die georgische Gebärdensprache nähergebracht und über verschiedene Ansätze und Materialien erlernt. Da an diesem Camp auch die Eltern und Geschwister von hörgeschädigten Kindern teilgenommen haben, wurden auch sie darin gestärkt über Gebärdensprache mit ihren Familienmitgliedern zu kommunizieren: „kreative Workshops und interaktive Übungen stärkten die Kinder [in ihren] Kommunikations-, Sozial- und Selbstausdrucksfähigkeiten, während die Familien ihre Fähigkeit verbesserten, effektiv mit ihnen zu kommunizieren.“ (Auszug aus dem Projektbericht)
- Die Fähigkeit blinder Kinder, Braille zu lesen und zu kommunizieren, wird verbessert. Im Rahmen des Projektes wurde an dem Internat in Tiflis ein inklusiver Leseclub für blinde und sehbehinderte Kinder eingerichtet. Durch regelmäßige Lese- und Diskussionsanlässe sowie kreative Angebote und insbesondere durch den ständigen Zugang zu Büchern in Brailleschrift verbesserten die Kinder ihre Lese- und Schreibfähigkeiten und ihr Textverständnis enorm. Die Kinder wählten zwei Bücher aus, die in Brailleschrift übersetzt wurden und den Kindern auch für die Mitnahme nach Hause übergeben wurden. Dadurch wurden die Kinder in ihrer Selbstständigkeit, Lernmotivation und ihrem Selbstvertrauen gestärkt. Die Bücher behandelten Themen wie Empathie, Vielfalt und soziale Inklusion, was die Interessen der Kinder und auch ihre eigenen Erfahrungen widerspiegelt.
Insgesamt lässt sich zusammenfassen: „Die Maßnahme verbesserte den Zugang der Kinder zu außerschulischen Lese- und Schreibangeboten sowie zu kommunikationsorientierten Aktivitäten, die in Georgien in barrierefreien Formaten nur selten verfügbar sind. Zudem wurden die Kapazitäten auf Schulebene gestärkt, indem Schulen ausgestattet, Lehrkräfte und Dolmetscher einbezogen und inklusivere Unterrichtsansätze gefördert wurden. Infolgedessen zeigten die Kinder eine stärkere Beteiligung, mehr Selbstvertrauen, eine bessere Kommunikation mit Gleichaltrigen und Erwachsenen sowie ein gesteigertes Engagement bei Lese- und Lernaktivitäten. Das Projekt trug zudem dazu bei, das Bewusstsein bei Lehrkräften, Eltern und Partnerinstitutionen für die Bedeutung barrierefreier und kindgerechter Ansätze für Kinder mit Behinderungen zu schärfen.“ (Auszug aus dem Projektbericht)
Noch mehr Einblicke gibt es hier in einem YouTube-Video.
ProFiliis hat dieses schöne, inklusive Projekt sehr gerne unterstützt und mit 33.000,- Euro über 50 % der benötigten Mittel für die beschriebenen Maßnahmen bereitgestellt.
Zum Hintergrund:
World Vision wurde 1979 gegründet und setzt sich seitdem weltweit für die Rechte von Kindern ein, die mit Armut und Ungerechtigkeiten konfrontiert sind. Mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaft versucht World Vision im Leben der Kinder anhaltende Verbesserungen zu erzielen. So werden mit Patenschaftsbeiträgen etwa medizinische Versorgung und der Zugang zu Bildung sichergestellt und im Rahmen der Katastrophenhilfe werden Menschen unterstützt, die zum Beispiel durch ein Erdbeben ihr Zuhause verloren haben. Außerdem setzt sich World Vision auf politischer und wirtschaftlicher Ebene dafür ein, dass die Interessen von bedürftigen Menschen Berücksichtigung finden. Im Jahr 2010 führte World Vision Deutschland 289 Projekte in 51 Ländern durch. „Als Christen unterschiedlicher Konfessionen helfen die Mitarbeiter von World Vision weltweit Menschen in Not, unabhängig von ethnischer Herkunft, Religion oder Nationalität. World Vision Deutschland ist Teil des weltweiten World Vision-Netzwerks, das in fast hundert Ländern aktiv ist.“ (Selbstbeschreibung von World Vision)
sh
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Weiteres zum Projekt
Alphabetisierung blinder und hörgeschädigter Kinder
Obwohl die Schulbildung in Georgien generell als gut bezeichnet werden kann und die allgemeine Alphabetisierungsquote bei nahezu 100 % liegt, sieht die Bildungssituation von blinden und hörgeschädigten Kindern und somit auch ihre Zukunftsperspektive anders aus: „Keine Person mit hochgradiger Gehörlosigkeit in Georgien verfügt über eine höhere Ausbildung.“ (Auszug aus dem Förderantrag) Für gehörlose oder schwerhörige Personen ist derzeit ein mittlerer Schulabschluss er maximal mögliche Abschluss. Ein Studium ist für sie ausgeschlossen. Auch die Bildungsmöglichkeiten für blinde Kinder sind in Georgien begrenzt. So gibt es beispielsweise keine Kinderliteratur in Blindenschrift – weder in der Schule, noch in den Familien oder zur Ausleihe in Bibliotheken.
Diese Schilderungen machen deutlich, dass Kinder und Jugendliche mit Hör- und Sehschwierigkeiten im Bildungssystem in Georgien an vielen Stellen nicht mitgedacht werden und ihnen häufig der Zugang zu adäquater Bildung verwehrt wird. Hier setzt das aktuelle Projekt von World Vision an und verfolgt das Ziel, einen „Beitrag zum Wohlbefinden und zur Entwicklung von blinden und schwerhörigen Mädchen und Jungen durch verbesserte Kommunikationsfähigkeiten“ zu leisten. Zu diesem Zweck sollen
- Lese- und Schreibclubs zur Förderung von Lese- und Schreibfähigkeiten eingerichtet werden.
- Ein Sommercamp durchgeführt werden.
- Kinderliteratur in Blindenschrift veröffentlicht werden.

Konkret sind die folgenden Projektbausteine geplant, um die Alphabetisierung von blinden und schwerhörigen Kindern zu fördern:

(Auszug aus der Projektskizze von World Vision)
World Vision plant die Umsetzung der oben genannten Maßnahmen in Tiflis. Hier gibt es eine Schule für Kinder mit Hörschwierigkeiten, eine Regelschule mit einer Inklusionsklasse, die unter anderem von hörgeschädigten Kindern besucht wird, und ein Internat für blinde Schüler:innen. Neben den Projekttätigkeiten, die sich an die Kinder mit Hör- bzw. Sehschwäche direkt richten, gibt es auch Workshops u. ä. für Lehrkräfte, Erzieher:innen, Gebärdensprachdolmetscher:innen sowie für Eltern und Geschwister. Insgesamt werden 171 Personen direkt von den Projektmaßnahmen profitieren.

Quelle: Wikipedia
ProFiliis unterstützt dieses Projekt gerne und hofft, dass sich die Situation von schwerhörigen, gehörlosen und blinden Kindern in Tiflis in Georgien so nachhaltig verbessert und sie bessere Bildungschancen haben. Mit 33.000,- Euro stellt ProFiliis mehr als die Hälfte der gesamten Projektkosten bereit.
Zum Hintergrund:
World Vision wurde 1979 gegründet und setzt sich seitdem weltweit für die Rechte von Kindern ein, die mit Armut und Ungerechtigkeiten konfrontiert sind. Mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaft versucht World Vision im Leben der Kinder anhaltende Verbesserungen zu erzielen. So werden mit Patenschaftsbeiträgen etwa medizinische Versorgung und der Zugang zu Bildung sichergestellt und im Rahmen der Katastrophenhilfe werden Menschen unterstützt, die zum Beispiel durch ein Erdbeben ihr Zuhause verloren haben. Außerdem setzt sich World Vision auf politischer und wirtschaftlicher Ebene dafür ein, dass die Interessen von bedürftigen Menschen Berücksichtigung finden. Im Jahr 2010 führte World Vision Deutschland 289 Projekte in 51 Ländern durch. „Als Christen unterschiedlicher Konfessionen helfen die Mitarbeiter von World Vision weltweit Menschen in Not, unabhängig von ethnischer Herkunft, Religion oder Nationalität. World Vision Deutschland ist Teil des weltweiten World Vision-Netzwerks, das in fast hundert Ländern aktiv ist.“ (Selbstbeschreibung von World Vision)
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