Im Osten des afrikanischen Kontinents liegt Äthiopien und mitten in Äthiopien liegt die Landeshauptstadt Addis Abeba. Mit 3,3 Millionen Einwohner:innen gehört Addis Abeba zu den zehn größten Städten des Kontinents – in Deutschland ist die einzige Stadt mit einer ähnlichen Größenordnung ebenfalls die Hauptstadt: Berlin. Addis Abeba gilt auf Grund wirtschaftlicher Entwicklungen seit den 1950er Jahren als inoffizielle Hauptstadt Afrikas, weshalb hier verschiedene gesamt-afrikanische Organisationen ihren Sitz haben.
Leider konnte die Entwicklung der Infrastruktur nicht mit dem schnellen Bevölkerungswachstum mithalten. So gibt es neben sehr modernen Geschäftsvierteln auch viele Viertel mit großer Armut: Viele Menschen haben keinen Zugang zu Sanitäranlagen oder sauberem Trinkwasser. Die meisten Haushalten haben überhaupt keinen privaten Wasseranschluss. Auch der Zugang zu medizinscher Versorgung ist für viele Personen auf Grund von finanziellen Hürden sehr eingeschränkt.
Um insbesondere den Kindern aus sehr armen Familien zu helfen, wurde im Jahr 1966 die allgemeinbildende Schule „German Church School“ von evangelischen, deutschsprachigen Gemeinden in Addis Abeba gegründet. Seit 1990 findet hier inklusiver Unterricht von sehbehinderten, mehrfachbehinderten und nicht behinderten Kindern statt. Aktuell besuchen 325 Schüler:innen die German Church School. Die Kinder ohne Behinderung stammen aus der nahen Umgebung und aus sehr armen Verhältnissen.
Dem Team der German Church School ist es sehr wichtig, einen ganzheitlichen und individuellen Blick auf die Schüler:innen zu haben. So erhalten alle Kinder neben einer Schuluniform auch speziell für ihre Bedürfnisse geeignete Hilfsmittel und Schulmaterialien. Darüber hinaus gibt es den Schulsozialfonds: Befindet sich eine Familie in finanziellen Engpässen, die eventuell sogar einen Schulabbruch des Kindes zur Folge haben könnten, kann diese Familie vorübergehend Unterstützung erhalten. Kinder mit entsprechendem Bedarf werden mit Physio- und Sprachtherapien unterstützt.
„Die Schule arbeitet [außerdem] mit einem sogenannten Tandemkonzept, bei dem zu Beginn eines jeden Schuljahres Teams aus je einem Kind mit und ohne Behinderung gebildet werden. Die Teilnahme der Kinder an diesem Konzept ist freiwillig. Die Kinder unterstützen sich gegenseitig im Schulalltag und beim Lernen, ganz nach dem Motto "Gemeinsam lernt es sich besser." Das fördert gleichzeitig Freundschaften und das Verständnis füreinander. Zudem fungieren die Kinder als wichtige Multiplikatoren gegen Vorurteile in ihrem direkten Umfeld.“ (Projektbeschreibung cbm)
Und auch nach dem Schulabschluss ist eine Unterstützung durch die German Church School in einigen Fällen möglich. So können beispielsweise sehbehinderte Absolvent:innen auch noch nach ihrem Abschluss an der Schule Bücher in Brailleschrift ausleihen.
Als finanzielle Unterstützung steht die internationale Entwicklungsorganisation für Menschen mit Behinderung „CBM“ (Christoffel-Blindenmission) an der Seite der German Church School. Um das geschilderte ganzheitliche und inklusive Unterrichtskonzept im Jahr 2026 umsetzen zu können, entsteht ein Gesamtförderbedarf in Höhe von 82.560,- Euro. Da CBM und ProFiliis bereits seit vielen Jahren erfolgreich Projekte in der ganzen Welt fördern, hat die Stiftung auch für dieses Projekt gerne finanzielle Unterstützung zugesagt: Mit über 58.000,- Euro stellt ProFiliis für das Jahr 2026 die Mittel für folgende Positionen zur Verfügung:
- Transport der Schüler:innen zur Schule
- Medikamente und Hilfsmittel
- Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit (baulich und „technisch“ (Tablets etc.))
- Inklusives Lern- und Lehrmaterial für angeschlossene Schulen
- Physio- und Sprachtherapie
- Schulungen in Gartenarbeit, Hauswirtschaft und Computerkenntnissen für Schüler:innen mit Behinderung
- Anschaffung eines Fahrzeugs zur Unterstützung des Transports der Schüler:innen
CBM blickt optimistisch in die Zukunft der Schüler:innen der German Church School und auch ProFiliis sieht die Förderung als wichtigen Baustein für eine positive Lebensgestaltung der Kinder: „Zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen welch positiven Auswirkungen integrative Bildungsformate für Kinder mit und ohne Behinderung haben. Mit einer guten Ausbildung haben Kinder die Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie können ihre Ziele verwirklichen und gleichberechtigt und in Würde am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“ (Projektbeschreibung cbm)
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